Ihre Frauenärztinnen

Dipl.-Med. Isa Haschke
Dr. med. Tanja Baum ● Dr. med. Katharina Limberger ● Dr. med. Carola Zechmair

(Fachärztinnen für Gynäkologie und Geburtshilfe).

Seriöse Selbstzahlermedizin / Individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL)

 

 

Dem gesetzlich versicherten Patienten steht grundsätzlich eine "ausreichende, zweckmäßige und medizinisch notwendige Versorgung" zu.

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern der Welt, auch hochentwickelten Ländern, ist die medizinische Grundversorgung in Deutschland für alle Menschen gesichert.

 

Durch den Fortschritt in Wissenschaft und Technik stehen uns heute Mittel zur Verfügung, um diese unbedingt notwendige Versorgung zu optimieren und besonders in der Vorsorgemedizin weitere wünschenswerte Leistungen anzubieten.

 

Die Krankenversicherer wachen im Interesse der Erhaltung dieses Systems über das Wirtschaftlichkeitsgebot bei den Leistungserbringern (Ärzten).

Leistungen, die im konkreten Fall nicht zweckmäßig oder erforderlich im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes sind, dürfen nicht auf Kassenkosten erbracht werden, auch wenn sie für andere Fälle durchaus im Leistungskatalog der GKV enthalten sind. Analoges gilt für die Verordnung von Medikamenten, Physiotherapie…

 

Was „ausreichend, zweckmäßig und medizinisch notwendig und außerdem noch wirtschaftlich“ ist, entscheiden die Vertreter der Krankenkassen, Ärzte und Politiker. Dies sind Kompromisse, die nicht immer allen Seiten gerecht werden.

Mit dem in der Praxis ausliegenden Katalog möchten wir Sie über zusätzliche und sinnvolle Leistungen, die wir in unserer Praxis erbringen können, informieren. Darin finden Sie unsere Angebote der individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL) mit medizinischen Erläuterungen und Preisen. Der Katalog ist nicht vollständig. Leistungen die nicht aufgeführt sind, können selbstverständlich auch erbracht werden oder wir vermitteln Ihnen kompetente Praxen und Ansprechpartner.

Eine privatärztliche Vergütung darf nur dann gefordert werden, wenn für Leistungen, die nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sind, vorher die schriftliche Zustimmung der Versicherten eingeholt und dieser auf die Pflicht der Übernahme der Kosten hingewiesen wurde. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass Sie uns die Kostenübernahme schriftlich zusichern müssen (Grundlage: Gebührenordnung für Ärzte – GOÄ in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. Februar 1996 (BGBI.I.Nr. 10, S. 210 vom 22. Februar 1996) zuletzt geändert durch Artikel 17 des Prodologengesetzes – PodG vom 20. November 2001).

Wir bieten folgenden Zusatzuntersuchungen an:

Ultraschalluntersuchungen der inneren Geschlechtsorgane

Die Sicherheit der Aussage beim Abtasten der inneren Geschlechtsorgane ist abhängig von der Beschaffenheit der Bauchdecke, aber auch von Größe und Beschaffenheit (Konsistenz) eines eventuell vorhandenen Tumors. Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung bringt mehr Sicherheit bei der Erkennung von:

  • Eierstockstumoren
  • Veränderungen an der Gebärmutter und Gebärmutterschleimhaut

Eierstockstumoren sind erfahrungsgemäß erst tastbar, wenn bei Bösartigkeit oft schon mit einer Streuung zu rechnen ist. Durch die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide können schon die sonst nicht tastbaren normalen Eierstöcke in Mandelgröße dargestellt werden. Zysten sind im geschlechtsreifen Alter in aller Regel harmlos, sind aber gelegentlich Ursache von Beschwerden. Die Wahrscheinlichkeit auf bösartige Eierstockstumoren wächst mit zunehmendem Alter.

Die Gebärmutterschleimhaut ist der Tastuntersuchung nicht zugängig, wohl aber der Ultraschalluntersuchung. Vor allem während der Wechseljahre unterliegt die Schleimhaut großen Veränderungen, bei denen es zur bösartigen Entwicklung kommen kann. Noch ehe diese Veränderungen zu Blutungsstörungen führen, können sie gelegentlich im Ultraschall dargestellt werden und einer weiteren Diagnostik (z.B. Ausschabung, Betrachtung durch eine Gebärmutterspiegelung) zugeführt werden. Die Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane ist Kassenleistung bei Verdacht auf Erkrankung und wenn die Vorsorgeuntersuchung Auffälligkeiten ergibt.

 

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HPV-Abstrich

Eine weitere Möglichkeit, die Aussage der Vorsorge bezüglich des Muttermund-Krebses zu erhöhen, ist der Nachweis der Humanen Papilloma-Viren (HPV).

Es gibt weit über 100 Typen dieser Viren, die meisten davon völlig harmlos. Einige wenige führen aber zur Ingangsetzung der Entwicklung zum Krebs.

Nach heutigem Kenntnisstand gibt es wahrscheinlich keinen Muttermund-Krebs ohne eine HPV-Infektion. Umgekehrt kann man sagen, dass bei negativen HPV-Nachweis die Wahrscheinlichkeit, am Muttermund-Krebs zu erkranken gegen Null geht.

  • HPV kann man nicht behandeln
  • HPV heilt meist spontan aus
  • HPV MUSS kein Krebs entwickeln
  • HPV wird beim Geschlechtsverkehr übertragen, deshalb kommt Muttermundkrebs fast ausschließlich bei sexuell aktiven Frauen vor
  • HPV sind für den Mann im Allgemeinen ungefährlich und können bei ihm nur beim Vorhandensein von Feigwarzen (und Kondylomen) festgestellt werden.

HPV-Infektion der Frau bedeutet:

  • engmaschige und regelmäßige Kontrolle, um die Ausheilung der Infektion und damit das Ende der Gefahr zu dokumentieren oder im schlechteren Fall die Entwicklung der Infektion hin zum Krebs zeitig genug durch einen Eingriff am Muttermund zu beenden

 

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Zusätzliche sinnvolle Leistungen zur Früherkennung des Muttermund-Krebses

Seit Einführung der Krebsvorsorgeuntersuchung der Frau hat sich die Häufigkeit des Muttermund-Krebses wesentlich reduziert. (Die Vorsorgezytologie (Pap-Abstrich) hat seit den 50ger Jahren zu einem Rückgang der Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs um ca. 70% geführt. Trotz des großen Erfolgs gibt es nach wie vor Grenzen dieser Untersuchung.) Der Muttermund-Krebs betrifft vor allem junge Frauen im geschlechtsreifen Alter. Es ist der einzige Krebs, bei dem eine echte Vorsorge im wörtlichen Sinn möglich ist. Dies bedeutet, wir können schon Veränderungen an dem der Untersuchung gut zugängigem Muttermund finden, die sich erst in der Zukunft zu Krebs entwickeln würden und können diese zeitig genug behandeln. Bei allen anderen Krebsformen beim Menschen können wir nur eine Früherkennung anstreben, d.h. der Krebs muss schon da sein, um gefunden zu werden.

Diese besondere Situation ist dadurch bedingt, dass sich der Muttermund-Krebs über einen Zeitraum von 2-15 Jahren entwickelt. Wir haben also mit einem jährlichen Vorsorgeabstrich ausreichend Zeit, die Vorstufen des Krebses zu finden und zu behandeln. 

Der Krebsvorsorgeabstrich hat eine diagnostische Sicherheit von 75 - 90% abhängig von der Qualität des Abstriches bis hin zur Qualität des Beurteilens.

Durch spezielle Entnahme- und Aufbereitungstechniken kann man die Sicherheit erhöhen. Dieses spezielle Verfahren ist die ThinPrep Dünnschicht-Zytologie.

 

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Untersuchung auf Chlamydien-Erkrankung

Chlamydien sind intrazellulär lebende, mit Bakterien eng verwandte Mikroorganismen, die ausschließlich durch den Geschlechtsverkehr übertragen werden und das Zylinderepithel des Muttermundes und der ableitenden Harnwege infizieren. Aufgrund dieses spezifischen übertragungsweges ist die Chlamydien-Infektion weltweit die am häufigsten sexuell übertragene Infektion überhaupt.

Da es sich also um eine sexuell übertragbare Infektion handelt, sind immer beide Partner infiziert. Es ist also eine sehr häufige Infektion, die nur mit aufwendigen Tests nachweisbar ist. Diese Tests werden routinemäßig bis zum 25. Geburtstag durchgeführt, ansonsten auf Ihren Wunsch im Rahmen einer erweiterten Vorsorge.

Der Infektionszeitpunkt kann durchaus zehn Jahre oder länger zurückliegen, ohne bislang erkannt worden zu sein. Darum sollte der Infektionsnachweis keinesfalls Anlass für ein Misstrauen oder Verdächtigung Ihrem Partner gegenüber sein.

Meistens haben die Patienten wenig oder keine Beschwerden.

Je früher die Diagnose gestellt wird und mit der Behandlung begonnen werden kann, desto sicherer können Folgeerkrankungen vermieden werden. Besonders gefürchtet ist die Eileiterentzündung durch Chlamydien, die zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Zur Vermeidung eines "Ping-Pong-Effektes" sollte in jedem Falle eine ausreichende Partner-Behandlung erfolgen.

Etwa 14 Tage nach der Therapie und nach der dazwischen liegenden Regel sollte der Therapieerfolg kontrolliert werden.

 

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Vorsorgliche Ultraschalluntersuchung der Brüste

Der Brustkrebs ist mit Abstand der häufigste Krebs der Frau. Die Röntgenuntersuchung der Brust ist eine wirksame Untersuchung zur Früherkennung des Brustkrebses. Dies konnte in groß angelegten Studien nachgewiesen werden. Es kamen aber auch andere Studien zu dem Ergebnis, dass man zu wenige Brustkrebse so frühzeitig damit entdecken kann, dass ihre Entwicklungen einen besseren Ausgang nehmen, dass dagegen zu viel unnötige Strahlenbelastunge in Kauf genommen werden müssen und dass zu viele Frauen mit gutartigen Veränderungen in Angst versetzt werden und unnötig operiert werden.

Nach derzeitigem Wissensstand ist folgende Vorsorge sinnvoll:

  • Bei Frauen ohne Risiko und ohne auffälligen Befund ist eine Röntgenuntersuchung alle zwei Jahre vom 50. - 69. Lebensjahr empfohlen. Dies ist das sogenannte "Screening".

Die Ultraschalluntersuchung der Brust rangiert in Ihrer Wertigkeit zwischen den regelmäßigen Tastuntersuchungen und der Mammographie. Sie kann Ihnen eine zusätzliche Sicherheit bei der Krebsfrüherkennung geben, hat aber nicht eine so große Sicherheit der Diagnostik, wie die Röntgenuntersuchung. Es gibt jedoch auch Einzelfälle, bei denen ein Tumor im Ultraschall besser zu erkennen ist, als bei der Mammographie.

 

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Früherkennung des Blasenkrebses

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 24.700 Menschen neu an Blasenkrebs. Es erkranken mehr Frauen an Blasenkrebs als an Gebärmutterhalskrebs. Früh erkannt ist Blasenkrebs gut heilbar. Inzwischen steht zur Früherkennung ein Urintest zur Verfügung.

Der Test ist dann besonders sicher, wenn der Urin vorher längere Zeit in der Blase verweilt hat und der Tumorstoff im Urin gelöst werden konnte. Deshalb wird oft die Verwendung von morgendlichem Urin (nach der langen Nachtruhe) empfohlen. Bei positivem Test muss eine Blasenspiegelung zur weiteren Abklärung erfolgen.

Risikogruppen:

  • Raucherinnen
  • Patientinnen mit Einnahme von Schmerzmittel über längere Zeit
  • Jahre langes, regelmäßiges Haare färben

Angestellte in

  • Farbstoffindustrie
  • Teer verarbeitenden Industrie
  • Friseurhandwerk

Risikopersonen sollten ab einem Alter von etwa 35 Jahren routinemäßig auf Blasenkrebs untersucht werden.

Häufig sind lange Zeit Blutbeimenungen im Urin, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, das einzige Symptom der Erkrankung. Blasenkrebs verläuft im Anfangsstadium oft ohne Beschwerden und kann 10-20 Jahre unbemerkt vorhanden sein.

 

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Sexualmedizinische Beratung

Die Sexualmedizin betrifft alle Bereiche, die der Erhaltung und Förderung der sexuellen Gesundheit dienen.

Als Frauenärztinnen werden uns ganz oft Fragen zur Sexualität und Probleme damit geschildert. Nicht alles können wir in der normalen Sprechstunde abhandeln, zumal der Gesetzgeber dies nicht als Krankenkassenleistung sieht.

Daher bieten wir im Rahmen unserer Sexualmedizinischen Sprechstunde eine weiterführende Diagnostik und Beratung, gegebenenfalls auch mit Partner, an.

 

Häufige Themen hierbei sind:

  • Störungen der sexuellen Lust (Libido)
  • Störungen der sexuellen Erregung
  • Schmerzen beim Sex
  • usw.

Frau Dr. med. Tanja Baum führt diese Sprechstunde meist am Freitagnachmittag durch. Die Ausbildung Sexualmedizin erhielt sie beim Berufsverband der Frauenärzte.

 

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Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft ohne Anhalt für Erkrankung

Die Mutterschaftsrichtlinien schreiben für die Betreuung für die schwangere Frau drei Ultraschalluntersuchungen vor, um die jeweils 10., 20. und 30. Schwangerschafts-Woche. Die Untersuchungen dienen u.a. in der Frühschwangerschaft der exakten Festlegung des Schwangerschaftsalters und der Suche nach angeborenen Fehlbildungen und Krankheiten, in der 30. Woche vorwiegend der Kontrolle der zeitgerechten Entwicklung des Kindes. Bei auffälligen und unklaren Befunden werden auch die Kosten für die weitere Diagnostik von den Krankenkassen übernommen. Glücklicherweise verläuft aber bei den meisten Schwangeren die Entwicklung völlig normal.

Viele werdende Mütter freuen sich darüber, ihr Kind nach vier Wochen endlich "wieder zu sehen". Oft kommt extra der werdende Vater mit, aber auch Eltern, Geschwister, Freundinnen...

Die dann durchzuführenden Ultraschalluntersuchungen tragen zur sozialen Integration des neuen Erdenbürgers bei und können außerdem weitere diagnostische Sicherheit bringen. Diese Ultraschalluntersuchungen können zu jeder Zeit durchgeführt werden.

 

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Erweiterter Ausschluss von Chromosomenanomalien des Feten (Störung der Zahl und der Form der Chromosomen)/Nackenfaltenmessung

Am bekanntesten, da am häufigsten, ist die Trisomie 21. Wie der Name sagt, liegt das Chromosom 21 in allen Zellen des Körpers 3x, statt 2x vor. Ihnen ist das Krankheitsbild sicher auch unter dem Namen "Down-Syndrom" oder veraltet "Mongolismus" bekannt. 

Es gibt auch andere Störungen der Zahl der Chromosomen, diese sind wesentlich seltener, die betroffenen Kinder sind oft nicht lebensfähig und sterben häufig schon im Mutterleib ab oder die Schwangerschaft endet schon früh als Fehlgeburt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Störung im Erbmaterial wächst mit dem Alter der Mutter. Wir Frauen werden mit vollständig angelegten Eierstöcken geboren. In den Eierstöcken liegt der Vorrat an Eizellen für das ganze Leben. Eizellen in den Eierstöcken können sich nicht vermehren. Ab der Pubertät reifen sie bis zum Eisprung heran, um dann befruchtet zu werden. Die Eizelle, die bei der 20jährigen Frau befruchtet wird ist also wesentlich jünger und damit auch weniger störanfällig als die Eizelle der 40jährigen. (Übrigens stellt das Alter des Mannes kein wesentlich erhöhtes Risiko dar, da der Mann stets "frische Samenzellen" produziert.) 

Keine der Chromosomenstörungen ist nach dem heutigen Wissensstand heilbar. Sie stellen ein unabwendbares Schicksal dar. Das Leben mit Behinderung bedeutet für die ganze Familie eine Umstellung des Lebens auf sehr lange Sicht. Viele Familien berichten aber auch über viel Freude und Erfüllung im Leben mit Behinderten, die sie nicht missen möchten. Gerade die "Down-Kinder" sind durch die Fähigkeit tiefer Gefühlsäußerungen bekannt. 

Ungeachtet dessen muss jede Frau selbst entscheiden, ob sie sich geistig, körperlich und sozial in der Lage fühlt, ein behindertes Kind groß zu ziehen. Bei Zweifeln an dieser Möglichkeit wird oft der Wunsch nach Ausschluss dieser Erkrankungen an uns heran getragen.  

Die äußeren Zeichen der Chromosomenstörungen sind oft sehr diskret und entgehen gelegentlich der Diagnostik im Ultraschall zu den Routine-Terminen der Mutterschaftsvorsorge. 

Wir können Ihnen eine erweiterte Diagnostik während der Schwangerschaftszeit 11/1 und 13/6 (am besten 12/2 - 13/2) anbieten. Dabei erfolgt nochmals eine eingehende Ultraschalluntersuchung bei der die Nackenfalte gemessen wird und wenn Sie möchten, eine Blutabnahme zur zahlenmäßigen Risikokalkulation. Damit ist es möglich, 90% der betroffenen Frauen zu identifizieren, das heißt aber auch, dass selbst damit 10% aller Chromosomenstörungen nicht entdeckt werden können. Außerdem hat der Test ca. 1% falsch positive Ergebnisse, d.h. 1% aller Frauen wird verunsichert durch verdächtige Befunde, obwohl die Kinder völlig gesund sind. 

Eine fast 100%ig sichere Aussage über Struktur und Anzahl der Chromosomen Ihres Kindes können Sie nur durch eine invasive Diagnostik erwarten. Darunter versteht man die Chorionzottenbiopsie (Punktion des Mutterkuchens) und die Amniocentese (Fruchtwasserpunktion). Da diese Eingriffe auch Risiken für das gesunde Kind bedeuten, sollten sie nur bei hohem Risiko oder Hinweisen auf Erkrankung durchgeführt werden.  

Bitte überdenken Sie bei allen Überlegungen, ob das Wissen über eine Erkrankung Ihres Kindes Ihr Fühlen und Handeln verändern würde. Nur in dem Fall empfehlen wir diese Diagnostik. 

 

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Bluttest auf Trisomie 21, 13 und 18 (Praena-Test / Harmony-Test / Panorama-Test)

Seit ca. 2013 steht ein nicht-invasiver, d.h. nicht durch Punktion von Fruchtwasser oder Mutterkuchen Test zur Verfügung, der mit hoher Zuverlässigkeit eine Trisomie 21 (bekannt als Down-Syndrom) und zunehmend auch Trisomie 13 und 18 und anderer Chromosomenstörungen aus mütterlichem Blut mit hoher Sicherheit ausschließen kann.

Der Test wird in erster Linie Patientinnen mit einem erhöhten Risiko für eine Trisomie 21, 13 oder 18 ab der 12 SSW angeboten. Dies betrifft Schwangere z.B. nach einem auffälligen Ersttrimesterscreening / Nackenfaltenmessung (s.o.) oder ältere Schwangere ab 35 Jahren. Einzelheiten der Indikation müssen jedoch immer in einem Beratungsgespräch individuell geklärt werden, wie dies auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der Bluttest zur Erkennung einer Trisomie 21, 13 oder 18 aus mütterlichem Blut ist derzeit nicht als diagnostischer Test, sondern als Screening Test mit der höchsten Zuverlässigkeit zu werten. Screening bedeutet in der Medizin immer Suchmethode, die aber nie eine 100%ige Aussage zulässt. Ein auffälliges Testergebnis muss durch eine invasive Diagnostik (Mutterkuchen- oder Fruchtwasserpunktion) bestätigt werden. Ein unauffälliger Test kann eine Trisomie 21, 13 oder 18 mit hoher Sicherheit ausschließen.

Allerdings kann ein auffälliges Ersttrimesterscreening (insbesondere eine verbreiterte Nackenfalte) auch auf andere Chromosomenstörungen oder Erkrankungen, wie z.B. einen Herzfehler hinweisen. Der Test stellt also keinen Ersatz, sondern ein zusätzliches Instrument der vorgeburtlichen Diagnostik dar.

Demnach muss dem Test eine differenzierte Ultraschalluntersuchung z.B. im Rahmen eines Ersttrimesterscreenings ab der 12.SSW oder einer Ultraschall-Feindiagnostik ab der ca. 18.SSW vorausgehen.

Sollte nach solch einer auffälligen Ultraschalluntersuchung der Wunsch nach einer nicht-invasiven Abklärung auf Erkrankungen durch Chromosomenstörungen bestehen und mit den geforderten medizinischen Indikationen vereinbar sein, werden wir die hierfür nötigen Schritte zusammen mit Ihnen besprechen und planen.

 

Bitte beachten Sie, dass die Kosten für die Untersuchung derzeit von keiner Krankenkasse übernommen werden, sondern von der Patientin selbst getragen werden müssen.

 

(zusätzliche Erläuterungen zu Chromosomenstörungen auch unter unseren Erklärungen zur "Nackenfaltenmessung")

 

Wir bieten in unserer Praxis den Harmony-Test an.

 

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Ultraschall-Doppler-Untersuchung in der 20.-24. Schwangerschaftswoche

Die Doppler-Ultraschalluntersuchung hilft, die Betreuung der Schwangerschaft zu optimieren. Bei krankhaften Befunden (wenn sich die mütterlichen Gefäße nicht auf die Bedürfnisse der Schwangerschaft umstellen) muss die Betreuung intensiviert werden, um das Auftreten der Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) und der kindlichen Wachstumsstörung ausreichend früh zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. 

Unter den Frauenärzten wird eine generelle Vorsorgeuntersuchung diesbezüglich schon geraume Zeit für sinnvoll erachtet. In den deutschen Mutterschaftsrichtlinien und damit als Kassenleistung wird diese Untersuchung aber nur bei Risiken in der Krankengeschichte der werdenden Mutter akzeptiert. 

Findet man in der 21. bis spätestens 24. Schwangerschaftswoche normale Untersuchungsergebnisse kann mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90% eine Gestose ausgeschlossen werden. Sie können mit einer gesunden Schwangerschaft rechnen und diese ohne Angst vor einer der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen genießen.

 

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Fetale Missbildungsdiagnostik/ Feindiagnostik/ pränatale Diagnostik DEGUM II

Generell besteht für jede Schwangere egal welchen Alters ein ca. 1% Risiko, dass ihr Kind eine angeborene Krankheit oder Fehlbildung mit auf die Welt bringt. Mit höherem mütterlichem Alter steigt das Risiko für Veränderungen der Zahl der Chromosomen beim Kind. Die häufigste Form ist das 3-fache Vorkommen des Chromosomens 21 = Trisomie 21 = Down-Syndrom = im Volksmund "Mongoloides Kind".

Daneben spielt die Familiengeschichte eine große Rolle. Einige angeborene Krankheiten in der Familie der werdenden Mutter oder des Kindsvaters können vererbt werden. Dazu zählen Muskellähmungen, Stoffwechselstörungen, Herzfehler, Nierenfehlbildungen und vieles mehr.

Grobe Auffälligkeiten sind meist über eine spezielle, ausführliche Ultraschalldiagnostik zwischen der 20. und 22. SSW erkennbar. Allerdings sind nicht alle Fehlbildungen im vorgeburtlichen Ultraschall erkennbar.

Was genau wird gemacht? Neben der Beurteilung der Lage des Kindes, der Lokalisation des Mutterkuchens, der Fruchtwassermenge, der Kindsbewegungen und der Größe des Kindes werden die Organsysteme beurteilt. Dazu zählen Gehirnstrukturen, Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Nieren und ableitende Harnwege, Geschlecht, Körperumriss, Arme und Beine. Sieht alles normal aus, ist ein unauffälliges Ergebnis eine große Beruhigung für die Schwangere und kann zu mehr Sicherheit und Ruhe im weiteren Schwangerschaftsverlauf beitragen.

Werden Auffälligkeiten festgestellt, führt dies in der Regel zu Folgeuntersuchungen und eventuell eingreifender Diagnostik und/oder Therapie. Fruchtwasseruntersuchungen und Mutterkuchenpunktionen werden dann in entsprechenden Zentren von uns veranlasst. Diese Folgeuntersuchungen gehen dann zu Lasten der Krankenkasse.

Auch unklare Befunde oder kleinere Auffälligkeiten, die zwar keine Erkrankung an sich darstellen, aber Zeichen für eine Erkrankung sein können, führen oft zu Verunsicherung. Meist sind auch dann Untersuchungen wie die Fruchtwasser- oder Mutterkuchenpunktion die Folge. Sie selbst kennen sicherlich aber auch Menschen, die trotz kleiner Auffälligkeiten völlig gesund sind.

In manchen Fällen kann es von Vorteil sein, eine mögliche Erkrankung oder Fehlbildung frühzeitig zu sehen, um eine optimale Weiterbetreuung in der Schwangerschaft und die Festlegung der bestmöglichen Entbindungsart zu ermöglichen. Auch kann bei Erkrankungen wie bei schweren Herzfehlern, Verschlussfehlern der Bauchwand, Engstellen im Magen-Darm-Trakt u.a. die rasche optimale Versorgung im Kreißsaal sehr wichtig sein.

In anderen Fällen stellt die Feststellung einer Auffälligkeit auch eine große wie schon erwähnt auch manchmal unnötige Beunruhigung dar. Die restliche Schwangerschaft kann nicht mehr unbelastet und ruhig erlebt werden.

Sie haben ein Recht auf Wissen oder Nicht-Wissen. Bevor Sie sich also zu einem Feinultraschall entschließen, sollten Sie sich vorher genau überlegen, wie viel Sie wissen wollen.

 

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Weiterführende Untersuchungen auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien wird bei jeder Schwangeren ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zwischen der 24. bis 28. SSW durchgeführt.

Hierfür gibt es allerdings zwei unterschiedliche Methoden:

Der 50 g oGTT wird von allen Krankenkassen bezahlt, dieser dauert ca. 1 Stunde und Sie müssen nicht nüchtern kommen.

Wesentlich aussagekräftiger ist allerdings der 75 g oGTT, dieser dauert ca. 2 Stunden und Sie müssen nüchtern in die Praxis kommen, die Kosten für den Test sind allerdings selbst zu tragen.

 

Unbehandelt erhöht der Gestationsdiabetes die kindliche und mütterliche Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate um ein Vielfaches:

  • besondere Gefahr des Kindstodes nahe am Geburtstermin (Geburtsschwierigkeiten bei sehr großen Kindern)
  • erhöhte Sterblichkeit der Kinder in der Neugeborenenzeit 
  • Anpassungsstörungen des Kindes an das Leben außerhalb des Mutterleibes (Unterzuckerung, Krämpfe)
  • Risiko für Mutter und Kind im weiteren Leben einen Diabetes zu entwickeln
  • die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse sind über Generationen strukturell und funktionell gestört
  • erhöhtes Risiko der Mutter an Harnwegsinfektionen, schwangerschaftsbedingtem Hochdruck und Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken.

In Studien in Deutschland haben bis zu 15% aller Schwangeren einen Gestationsdiabetes. Dies ist weitaus mehr, als man landläufig annimmt und ist sicherlich auch eine Folge unserer Wohlstandsgesellschaft.
Besonders betroffen sind Frauen mit:

  • einem Alter über 25 Jahren
  • einem Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft über 27kg/qm
  • diabetischen Verwandten ersten Grades (Eltern und/oder Geschwister)
  • vorangegangenen geburtshilflichen Auffälligkeiten (Totgeburten, mehr als 2 Fehlgeburten, Kinder mit einem Geburtsgewicht über 4000g, vermehrtem Fruchtwasser, Schwangerschaftsvergiftung oder schon einmal diagnostiziertem Schwangerschaftsdiabetes)

Vor allem die gefährdete Schwangere sollte sich zu einem Zuckerbelastungstest entschließen, dann schon erstmalig zu Beginn der Schwangerschaft. 

Nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetesgesellschaft sollte bei jeder Schwangeren ein 75g oraler Glucosetoleranztest in der 24.-28. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. (Einige Krankenkassen übernehmen im Rahmen von speziellen Schwangerschaftsprogrammen die Kosten für diese Untersuchung)

 

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Ultraschalluntersuchungen mit 3D/4D

Die Ultraschalldiagnostik spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle und ist für die Diagnostik unverzichtbar.  

Möchten Sie etwa in der 26. - 30. SSW ein wenig mehr entdecken, als ein normales Ultraschallbild zeigen kann?

Die moderne Ultraschalltechnologie in unserer Praxis macht es möglich. Die dreidimensionale Abtastung ermöglichen verblüffend fotorealistische Bilder, sogar Gestik und Mimik können in bewegten Sequenzen (= 4D) festgehalten werden. Die Ultraschalltechnologie ist dabei völlig unschädlich, da sie absolut keine Strahlenbelastung für Sie oder Ihr Kind verursachen. 

Voraussetzung ist aber, dass eine ausreichende Fruchtwassermenge vorhanden ist und der Fötus eine geeignete Lage in der Gebärmutter hat. 

Wenn Sie sich für diese Erinnerung entscheiden, erhalten Sie die Bilder auf einem USB-Stick.

 

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Kontrolle auf Streptokokken in der Schwangerschaft

Es gibt 2 große Gruppen von Streptokokken.

Die A-Streptokokken sind bekannt als Verursacher von Angina, Scharlach und Wundinfektionen.

Die B-Streptokokken sind beim Erwachsenen im Allgemeinen ungefährlich und gehören zur normalen Besiedelung des Magen-Darm-Traktes. Bei etwa einem viertel aller Frauen findet man diese Bakterien auch als normalen Keim in der Scheide, natürlich auch in der Schwangerschaft. In bis zu 70% werden die Keime dann auch bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Die meisten Kinder bleiben ohne jegliche Krankheitszeichen und nehmen diese Bakterien dann ihrerseits in ihre normale Keimflora auf.

Nur wenige Kinder (in Deutschland etwa 5 Kinder pro 10 000 Geburten) entwickeln die gefürchtete Neugeborenen-Infektion. Sie verläuft meist sehr rasch und selbst eine sofortige Antibiotikatherapie hilft wenig. Die Infektion ist gekennzeichnet durch Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und Blutvergiftung. Vor allem die Blutvergiftung überleben einige Kinder nicht.

Warum nur wenige Kinder bei dem Kontakt mit Streptokokken der Gruppe B krank werden obwohl es so ein häufiger Keim ist, weiß man heute nicht genau. Unter anderem werden erbliche Faktoren im Abwehrsystem diskutiert.

Es gibt keine ausreichend rasche Methode, die Kinder unmittelbar nach der Geburt auf Besiedelung mit B-Streptokokken zu untersuchen.

Es gibt keine Möglichkeit die Scheide einer Frau längerfristig von den einmal vorhandenen B-Streptokokken zu befreien. Schon nach kurzer Zeit nach einer Antibiotika-Behandlung passt sich das Scheidenmilieu wieder dem Darmmilieu der Frau an.

Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass nur die kurzfristige Antibiotika-Gabe unter der Geburt (Beginn mit Einsetzen der Wehen oder bei Blasensprung im Krankenhaus durch eine Antibiotika-Infusion an die Mutter) eine Reduktion der Neugeborenen-Infektion erreichen kann. Diese sollte in Abhängigkeit des Keimnachweises ab etwa der 35.  Schwangerschaftswoche durchgeführt werden (also zeitnah zur Geburt).

Zum Nachweis der Streptokokken in der Scheide gibt es verschiedene Methoden. Es gibt einen einfachen Suchtest, der auch in der Praxis durchgeführt werden kann und aufwendigere aber genauere Laboruntersuchungen der Abstriche.

Unabhängig vom aktuellen Abstrich sollten alle Frauen unter der Geburt mit Antibiotika behandelt werden, die in der Schwangerschaft einen Harnwegsinfekt mit Streptokokken hatten oder Frauen, bei denen ein früher geborenes Kind an der Neugeborenen-Infektion erkrankte.

Bei Frauen, die einen primären Kaiserschnitt bekommen (d.h. ohne vorherige Wehen oder Blasensprung) kann auf die Antibiotikagabe verzichtet werden, da dann das Risiko für eine Infektion des Kindes ausgesprochen gering ist.

Man hat sich Gedanken gemacht zu dem generellen Einsatz von Antibiotika unter der Geburt, kann dies aber nicht empfehlen, da auch diese ihrerseits wieder Risiken beinhalten, vor allem die allergischen Reaktionen und die "Züchtung nicht mehr empfindlicher Keime". Die Abwägung der Vorteile und Nachteile fällt gegen den routinemäßigen Einsatz von Antibiotika aus. Die Verhinderung einer Infektion mit B-Streptokokken wird vielleicht in der Zukunft mit einer Impfung zu verhindern sein.

 

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Ausschluss von Infektionen in der Schwangerschaft außerhalb der Mutterschaftsrichtlinien

Toxoplasmose:        

Die Hauptinfektionsquellen auf Toxoplasma gondii sind der Kontakt mit Katzenkot und der Verzehr von rohem Fleisch (rohen Eiern, Rohmilch).

Die Zeichen einer Infektion sind Lymphknotenschwellungen und geringe grippale Symptome. Etwa 30-50% der Erwachsenen sind schon einmal an Toxoplasmose erkrankt. Für die Schwangerschaft besteht die größte Gefahr bei Ersterkrankung im letzten Schwangerschaftsdrittel. Dabei kommt es zu einer Infektion auch des Kindes mit Leber-, Herz- und Gehirnentzündung, Augenentzündungen und Verkalkungen im Gehirn. Es folgen Entwicklungsstörungen (bis hin zum Kindstod), späterer Epilepsie und Erblindung.

Wenn in der Frühschwangerschaft keine Antikörper (Hinweis für früher durchgemachte Erstinfektion) nachgewiesen werden können, sollten Infektionsquellen gemieden und Antikörperkontrollen in 6-8 wöchigem Abstand durchgeführt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine Infektion erkannt wird und rasch behandelt werden kann. So können wir Spätfolgen der Erkrankung reduzieren.

 

Listeriose:

Infektionsquellen sind der Verzehr von belasteten Rohmilchprodukten, Salami oder auch Rohkost. Die Erkrankung führt zur Infektion der Schwangerschaft mit der Folge von Fehl- und Frühgeburten und dem Absterben des Kindes im Mutterleib. Die Listeriose macht ebenfalls recht untypische Beschwerden (grippeartig, Halsschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Blasenbeschwerden), kann aber mit Antibiotika recht gut behandelt werden.

Ein Infekt hinterlässt KEINE Immunität.

 

Ringelröteln, Masern und Mumps:

hinterlassen meist eine lebenslange Immunität.
Die Ringelröteln sind eine völlig verschiedene Erkrankung zu den Röteln (die Verwirrung kommt nur durch die Namensverwandtschaft). Die Erstinfektion mit der genannten Erkrankung in der Schwangerschaft führt meist zu schweren Störungen beim Kind. Beim Nachweis der Immunität muss man sich aber deshalb keine Sorgen machen. Die Behandlung bei schweren Fällen kann dann nur eine Blutübertragung im Mutterleib sein.

 

Windpocken:

90% aller Schwangeren sind immun gegenüber Windpocken. Die Erstinfektion in der Frühschwangerschaft (etwa bis zur 21. Woche) führt eher selten zu einer Infektion des Kindes, endet aber dann oft mit dem Absterben des Kindes.
4-5 Tage vor und 2-3 Tage nach der Entbindung besteht die Gefahr der möglicherweise tödlich verlaufenden Neugeboreneninfektion. Bei Verdacht auf Erkrankung muss dann rasch mit Windpocken-Antikörpern behandelt werden. Bei bekanntem positivem Windpocken-Immunstatus vor oder am Anfang der Schwangerschaft kann man sich diesbezügliche Sorgen sparen.

 

Cytomegalie:

Der Cytomegalievirus kann bereits im Mutterleib auf das Kind übertragen werden. Die kongenitale (angeborene) Übertragung des Cytomegalovirus ist eine der häufigsten Ursachen für die Schädigung von Ungeborenen. Etwa 1% aller Schwangeren in Europa, die keine Antikörper gegen das Cytomegalovirus haben, infiziert sich in der Schwangerschaft mit dem Virus. In etwa 40 bis 50 Prozent dieser Fälle überträgt die Frau das Virus auf das ungeborene Kind. Obwohl eine Cytomegalieinfektion bei gesunden Erwachsenen in den meisten Fällen ohne oder mit nur geringen äußeren Krankheitszeichen verläuft, besteht die Gefahr schwerer Schäden beim Fetus und beim Neugeborenen - allerdings nur bei einer Erstinfektion der Schwangeren. Sofern Sie früher schon einmal mit dem Cytomegalievirus in Kontakt gekommen sind, besteht eine Immunität gegen die Erkrankung. In diesem Fall schützen Ihre Antikörper das Kind vor einem schweren Krankheitsverlauf. Die Infektion kann auf vielen Wegen erfolgen: Das Cytomegalovirus wird von infizierten Menschen mit den Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen, Urin, Sperma oder Vaginalsekret ausgeschieden. Über den engen direkten Kontakt wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Das höchste Risiko einer Cytomegalieinfektion (CMV-seronegativ) bei einem Ungeborenen besteht dann, wenn die Mutter keine Antikörper gegen das Virus bestitz. Haben Sie also noch keinen Kontakt mit dem Virus gehabt und sind Sie schwanger, sollten Sie besondere Hygieneregeln beachten und den häufigen und engen Kontakt zu Kindern privat oder beruflich meiden - das gilt vor allem für Kinderkrankenschwestern oder Erzieherinnen. Laut Untersuchungen sind bis zu 20 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten mit dem Cytoemaglievirus infiziert und scheiden das Virus mit dem Urin und Speichel aus, ohne dass bei ihnen Krankheitszeichen sichtbar wären.

Bei der Kleinkinderbetreuung empfiehlt es sich, insbesondere jene Gegenstände und Oberflächen zu reinigen, die mit Urin und Speichel von Kleinkindern in Kontakt kamen. Wichtig für CMV-seronegative Schwangere ist darüber hinaus eine gründliche Händehygiene mit Seife und warmen Wasser nach dem Windelwechel, Füttern, Baden, Nase putzen und dem Anfassen von Spielzeug. Auch die gemeinsame Benutzung von Tassen, Handtüchern und anderen Gegenstände, die gemeinsame Nahrungsaufnahme und das Küssen auf den Mund sollten vermieden werden.

 

Röteln, Chlamydien, Lues , Hepatitis B (ansteckende Leberentzündung):

Die Diagnostik bezüglich Röteln- und Chlamydieninfektionen sowie der Lues (Geschlechtskrankheit, auch "weicher Schanker") und der ansteckenden Leberentzündung sind Bestandteil der gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge und werden automatisch bei Ihnen durchgeführt. Dies ist Kassenleistung. 

AIDS  (HIV-Diagnostik):

Die HIV-Diagnostik (AIDS) wird in vielen Praxen und Krankenhäusern ebenfalls automatisch durchgeführt, ist aber nicht offiziell Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Bisher übernahmen im Schwangerschaftsfall die Krankenkassen die Kosten stillschweigend. Die Kontrolle auf HIV dient nicht nur Ihnen und Ihrem Kind, sondern auch dem Infektionsschutz der Geburtshelfer und des Krankenhauspersonals.
Aus rechtlichen Gründen ist aber eine diesbezügliche Diagnostik ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis nicht möglich. Wir bieten Ihnen diese Untersuchung an und empfehlen sie ausdrücklich.

Weitere Infektionen:

Bei der Vielzahl der möglichen Erkrankungen haben wir uns in dieser Zusammenstellung auf die häufigsten und/oder gefährlichsten Erkrankungen beschränkt. Bitte sprechen Sie uns bei weiteren Erkrankungen, die Ihnen Sorgen machen, an.

 

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